Das Babylonische Wörterbuch – Rezension

Inhalt

Was wäre geschehen, hätte nicht Jesus die Bergpredigt gehalten, sondern der Teufel? Was, wenn Männer und Frauen ihre Seelen und Rollen tauschten? Joaquim Maria Machado de Assis, berühmtester Klassiker Brasiliens und Vorbote des Magischen Realismus, stellt in seinen Erzählungen ironisch alle Konventionen auf den Kopf. Lustvoll spielt er mit den Erwartungen seiner Leser und lotet Grenzen aus: von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn, bürgerlichem Schein und Sein. Dieser Auswahlband versammelt Machado de Assis‘ beste Geschichten – allesamt Neu- und deutsche Erstübersetzungen – zu einem Panorama kompromissloser Originalität.

Meinung

Es fällt mir unglaublich schwer eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, denn es ist wirklich einzigartig und hat mich unglaublich fasziniert. Zunächst wusste ich absolut nicht was ich von diesem Buch zu erwarten hatte, weder der Titel, noch die Inhaltsgabe haben mir hierbei besonders weitergeholfen.
Letztendlich sammelt das kleine Büchlein einige Kurzgeschichten, die einen sehr eigenen Stil haben. Ich habe gemerkt dass ich sehr schnell im Bann der Geschichten und sehr fasziniert von den ganzen was-wäre-Wenns war.
Der Autor spielt unglaublich gekonnt mit Worten und erreicht es so, dass man sehr schnell Erwartungen aufbaut, die (zumindest in meinem Fall) fast immer enttäuscht wurden, sowohl positiv als auch negativ. Ich möchte hier jedoch nicht zu sehr ins Detail gehen, um den Spaß am Lesen nicht vorwegzunehmen. Die Geschichten von Machado sind unerwartet, geistreich und lustig, kurzum: faszinierend.
Dabei spielt er oft mit stark verankerten Konventionen und manchmal wird es auch schaurig bis zu grausam. Die Intensität die der Schreibstil hervorruft zieht sich durch alle 13 Geschichten durch, manche sind jedoch etwas lustiger und manche eher düster. Persönlich hat mir am besten die Pergpredigt des Teufels gefallen, da besonders diese Geschichte mir sehr zum Nachdenken angeregt hat.
Die einzelnen Geschichten sind unabghängig voneinander, also auch perfekt geeignet um zwischendurch etwas Kleines lesen zu können.
Da dieses Buch so sehr aus der Reihe tanz habe ich beschlossen ihm nicht, wie ich es sonst handhabe, eine Bewertung in Punkten bis 10 zu geben. Aber ich spreche definitiv eine klare Empfehlung aus, und wer Portugiesisch beherrscht kann es ja vielleicht sogar im Original lesen.

Lebensläufe der berühmtesten Maler, Bildhauer und Architekten – Rezension

Girgio Vasari schafft es in diesem Band ein überaus lebendiges Bild der italienischen Meister zu zeichnen. Es war sehr interessant auf diese Weise einen Einblick in ihr Leben zu erhalten und auch mal etwas über andere italienische Künstler als die üblichen Verdächtigen (Michelangelo, Raffael und DaVinci) zu erfahren. Wobei die Biografien dieser drei nicht minder begeistern, da man dennoch einiges neues erfährt.

Vasari schafft es, dass man durch seinen Schreibstil komplett in den Bann der Biografie gezogen wird. Oft hatte ich den Eindruck Biografien, Lebensbeschreibungen und Allem voran Lebensläufe sind trocken und ziehen sich deutlichlänger als nötig. Das war bei diesem Titel definitiv nicht der Fall. Es fühlt sich eher an, als würde man eine Geschichte lesen, schön erzählt und teilweise auch wirklich spannend. So bekommt man einen tollen Einblick das Leben der Meister anhand von Anekdoten und einem wirklich angenehmen Erzählstil.

Wer sich also vor der nächsten Italienreise etwas über die Künstler des Landes informieren möchte oder sich einfach für Kunst und Kunstgeschichte interessiert ist bei diesem Buch genau richtig. Man bekommt viel vermittelt und durch die lebendige Art Vasaris zu schreiben bleiben die Informationen förmlichen kleben.