Das Lied der Nacht (Hörbuch) – Rezension

Inhalt

Nur ein vergessenes Lied vermag es, die Dunkelheit der Nacht zu durchbrechen. Wäre es doch nur erlaubt zu singen – oder sich zu erinnern…

„Ich erzähle euch eine Geschichte. Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Sie beginnt mit einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, in der bläulich glänzenden Dämmerung. Sie beginnt mit einer Frage. Fürchtet ihr euch?“

Das Lied der Nacht ist die Geschichte des in sich gekehrten Wanderers Weyd und der mutigen Bardin Caer, die gemeinsam vor einer fast nicht zu bewältigenden Aufgabe stehen: Feuer in einer Welt entzünden, in der Schatten, Albträume und Furcht regieren. Und die einzige Hoffnung, die sie in diesem Kampf haben, ist ein Lied…

Meinung

Nachdem mir die Palace-Reihe der Autorin wirklich gut gefallen hatte habe ich mich sehr auf das Lied der Nacht gefreut, aber leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen. Deshalb gibt es nur 5/10 Punkten.

Ich möchte zunächst mit etwas Positivem beginnen: Die Welt, die die Autorin für ihren High Fantasy Roman schuf hat mir wirklich gut gefallen. Man hatte das Gefühl, dass die Welt nicht nur ein Mittel zum Zweck (den die Geschichte zu behausen) war, sondern viel Mühe und viele Gedanken in ihre Erschaffung gesteckt wurde, was dem Ganzen eine gewisse Tiefe gegeben hat, die mir oft in anderen Fantasy Büchern fehlt. Auch die Charaaktere wurden sehr plastisch geschrieben und hatten viel tiefe. Man merkt auch wie sie sich im Laufe des Buches verändern und Wandlungen durchmachen. Besonders Caer war mir sehr sympathisch und hat mir einen guten Zugang zur Geschichte ermöglicht.

Leider muss ich aber sagen, dass das Buch mich nicht wirklich überzeugen konnte. Die Sprache ist sehr poetisch und wirkt für mich an vielen Stellen zu gestellt und hochgestochen, was es mir wirklich schwer gemacht hat bei der Sache zu bleiben. Außerdem gab es oft verwirrende Sprünge zwischen einzelnen Charakteren die teilweise zu Verwirrung geführt haben.
Ein weiteres Problem war für mich der Sprecher des Hörbuchs. Seine Betonung in Kombination mit der geschwollenen Sprache hat es mir wirklich schwer gemacht der Geschichte aufmerksam zu folgen, was letztendlich dazu geführt hat, dass ich immer weniger Lust hatte zuzuhören und die Geschichte es leider nicht geschafft hat mich zu packen.
Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich das Buch nach der Hälfte der Geschichte abgebrochen habe, weil es mich leider nicht in seinen Bann ziehen konnte.

Wer sich einen ähnlichen Schreibstil erhofft, wie wir ihn aus der Palace-Saga kennen ist bei diesem Buch an der falschen Stelle. Es bietet eine gut aufgebaute Welt mit spannenden Charakteren, doch diese können den sehr episch gehaltenen Schreibstil und verwirrenden Erzählsprünge meiner Meinung nach leider nicht ausgleichen.

Die Kunst zu leben – Rezension

Inhalt

Jean-Jacques Rousseau, der große Philosoph der französischen Aufklärung, ist den meisten heute als Denker des »Gesellschaftsvertrags« bekannt. Doch stellte er sich zeitlebens auch die scheinbar alltägliche Frage, was es heißt, gut zu leben. Als von der Gesellschaft Verstoßener bewegte sich Rousseau jenseits der bürgerlichen Vorstellungen vom guten Leben; daher beschäftigte er sich gerade in seinem Spätwerk intensiv mit dieser Frage. Die ausgewählten und kommentierten Passagen schaffen Einblicke in seine »Kunst zu leben« und machen dabei die Grundsteine Rousseau’schen Denkens zugänglich.

Meinung

Ein nettes Büchlein das zum Nachdenken anregt. In diesem Band finden sich einige Kommentierte Passagen aus Rousseaus texten zum Thema leben. Diese stellen uns den bekannten Autoren in einem anderen Licht dar, denn zumeit liest man über seine Meinungen zur Gesellschaft. Die ausgewählten Passagen ermöglichen es einen guten Überblick und Verständnis für seine Ansichten zum Thema zu entwickeln. Besonders hilfreich fand ich persönlich die Kommentare, mit welchem die Texte versehen waren. Diese halfen mir an einigen stellen den Text besser zu verstehen und die Ideen nachvollziehen zu können.

Alles in allem ist das Büchlein ein netter Begleiter zum Thmea Rousseau und defintiv eine Anschaffung wert wenn man sich für das Thema und den Autor interessiert. Ich hatte auf eine etwas umfangreichere Textauswahl gehofft, aber die gewählten Passagen erfüllen ihren Zweck und stellen eine gute Einführung zum Thema dar.

Die Chroniken von Peter Pan: Albtraum im Nimmerland – Rezension

Inhalt

Du glaubst, meine Geschichte zu kennen. Natürlich, jeder kennt meine Geschichte, sie wird wieder und wieder erzählt. Aber sie entspricht nicht der Wahrheit. Denn Peter Pan lügt. Peter wird euch erzählen, dass ich der Bösewicht in seiner Geschichte bin, dass ich ihm Unrecht getan habe, dass ich niemals sein Freund war. Aber wie ich schon sagte, Peter lügt. Dies ist, was wirklich geschehen ist: Ich bin Peter Pan auf seine Insel gefolgt, weil er mir ewige Kindheit und unendlichen Spaß versprochen hat. Ich war sein erster und bester Freund auf der ganzen Welt und seine rechte Hand. Aber Peters Verständnis von Spaß ist so gefährlich wie ein Piratensäbel, und als ich das erkannte, wurde Nimmerland für mich zum Albtraum.

Meinung

Wieder einmal schafft es Christina Henry eine sehr packende Geschichte zu schreiben, die nicht nur spannend ist sondern uns auch die Abgründe der menschlichen Natur auf spannende Weise Näherbringt. EIne wirklich fesselnde Nacherzählung der allseits bekannten Kindergeschichte um den jungen, der nicht älter werden wollte. Dafür gibt es 9/10 Punkte von mir.

Das Cover und die äußere Gestaltung sind wieder wirklich toll gelungen. Es werden kleine Elemente und Details des Buches aufgefasst und ich finde die Größe der Ausgaben in denen die Bücher von Henry erscheinen wirklich angenehm. Wie bereits bei den Büchern um Alice gibt es wieder eine Verzierung auf dem Buchschnitt.

Gewalt steht an der Tagesordnung im Nimmerland und auch Captain Hook leidet unter ihr. Er ist spannenderweise derjenige aus dessen Sciht die Geschichte erzählt wird. Es handelt sich mehr oder weniger um eine Vorgeschichte zu dem Konflikt zwischen Peter und Hook, der uns aus dem Disney Film bekannt sein dürfte. Ich fand es sehr spannend die Geschichte aus den Augen von Hook erleben zu dürfen, der uns ein sehr düsteres Bild von Peter zeichnet. Peter ist nicht der nette junge den wir kennen. Immer wieder bringt er Kinder ins Nimmerland um mit ihnen zu spielen und Gesellschaft zu haben. Doch was passiert mit ihnen, wenn er gerade nicht mit ihnen spielen will? Vermutlich würde es ihnen ohne die Hilfe von Jamie (aka Captain Hook) nicht besonders gut gehen. Eines führt zum anderen und es kommt zu einem Konflikt zwischen den Freunden Peter und Jamie….

Anders als die Bücher rund um Alice, fängt dieses Buch etwas sanfter an und bereitet einen besser auf die Brutalitäten vor, die später folgen. Auch kam ich ein ums andere Mal immer wieder ins grübeln und musste oft darüber nachdenken, was der Sinn hinter diesen Grausamkeiten sein soll. Ich finde es wirklich fasznierend wie die Autorin es schafft einer augenscheinlich leicht verdaulichen Kindergeschichte so viel Tiefsinn einzuhauchen. Man sollte das jedoch mit Vorsicht genießen, wenn man mit Gewalt in Büchern ein Problem hat.

Wer gerne einmal eine andere Sicht der Geschichte kennenlernen möchte, die uns eröffnet, dass Peter nicht unbedingt der nette Held ist der er vorgibt zu sein und Lust auf ein wirklich spannendes und packendes Buch hat, der sollte definitv der Geschichte von Christina Henry eine Chance geben.