Der Teepalast – Rezension

Inhalt

834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden in den Besitz einer geheimnisvollen Münze, die sie berechtigt, in China mit Tee zu handeln. Fortan ist sie beseelt von dem Gedanken, sich aus ihren elenden Verhältnissen zu befreien und als erste Frau ein Tee-Imperium zu gründen. Für Lene beginnt eine gefahrvolle Odyssee, die sie über die Meere der Welt und in ferne Länder führt – und auf die Spur der Liebe ihres Lebens, die ihr einst in einer Weissagung prophezeit wurde …

Meinung

Der Inhalt des Buches hat mir eigentlich ganz gut gefallen, jedoch hat sich das Buch wirklich sehr lange hingezogen weshalb ich es letztendlich immer noch nicht beendet habe. Dafür gibt es dann leider nur 5/10 Punkte von mir.

Ich fand die Idee sehr schön und neu, eine solche Geschichte nicht wie man vielleicht erwarten würde im Kolonialen Indien oder einer anderen „typischen“ Teelandschaft spielen zu lassen, sondern in Ostfriesland. Die Geschichte um Lenes Emanzipation durch den Teehandel, aus der Armut heraus hat mir sehr gut gefallen und Lene war auch ein Charakter, der mir sehr gut gefallen hat, da sie sehr sehr gut geschrieben wurde. Sie wirkt aufrichtig, macht kann ihre Gefühle und Handlungen nachvollziehen, mit ihr mitfühlen und man bekommt mit wie sie selbst anhand ihrer Geschichte wächst. Man bekommt ab ihrem 17 Lebensjahr mit wie sich Lene immer wieder durch harte Zeiten kämpft und es schafft sich aufzuraffen und ihren eigenen Weg zu gehen. Das fand ich wirklich inspirierend, jedoch schafft sie jedes Hindernis zu überwinden, was die Geschichte etwas vorhersehbar gestaltet hat.
Leider wird die Spannung des Buches stark durch sich ziehende Dialoge und oft etwas zu ausführliche Beschreibungen und meiner Meinung nach unnötigen Details hingezogen. Mit fast 700 Seiten ist das Buch doch sehr lang und hätte mit ein paar Kürzungen hier und da deutlich besser funktioniert. Es ist in jedem Fall kein Buch, welches man mal eben weglesen kann, was nicht direkt etwas Schlechtes ist, aber leider hat es mich einfach nicht packen können. Ebenfalls etwas störend beim Lesen war für mich die Länge der Kapitel, da sie meist recht umfangreich ausfallen und man es so schwerer hat eine Pause einzulegen.
Positiv fiel aber aufjedenfall der Schreibstil der Autorin aus, welcher sehr sanft und gelassen ist. Sie versucht in ihrem Stil die Sprache und Gebräuchlichkeiten der Zeit einfließen zu lassen, was ihr sehr gut gelingt und den Text authentischer macht.

Alles in Allem kann ich durchaus empfehlen diesem Buch eine Chance zu geben, man sollte sich nur von vorneherein bewusst werden, dass es nicht dei spannendste Lektüre ist und ein bisschen vorhersehbar sein kann.